Am 1. August feiern wir die Schweiz! Aber warum eigentlich? Einige geschichtliche Erklärungen und Fakten rund um den Nationalfeiertag, die Sie vielleicht noch nicht kannten:

Das Datum
Nein, der 1. August hat nichts mit Wilhelm Tell zu tun. Der «Geburtstag» der Schweiz basiert auf dem Bundesbrief, der auf Anfang August 1291 datiert ist und als Gründungsurkunde der Schweizer Eidgenossenschaft gilt. Das Datum der Bundesfeier war lange Zeit umstritten – und stand in Konkurrenz mit dem 8. November. Laut der Chronik von Aegidius Tschudi soll am 8. November 1307 der Rütlischwur stattgefunden haben. Wir feiern am 1. August trotzdem auf dem Rütli.

Von Bern aus in die Schweiz
Der 1. August wurde 1891 zum ersten Mal in Bern gefeiert. Bei der 700-Jahr-Feier der Stadt kam gleich auch die 600-Jahr-Feier der Eidgenossenschaft mit ins Programm. Erst seit 1899 wird der Bundesfeiertag in der gesamten Schweiz jährlich zelebriert.

Arbeiten am 1. August
Lange war der Feiertag nicht arbeitsfrei. Das Schweizer Stimmvolk entschied im September 1993 mit 83,8 Prozent Ja-Stimmen, die Volksinitiative «für einen arbeitsfreien Bundesfeiertag» anzunehmen. Der 1. August war entsprechend im Jahr 1994 erstmals arbeitsfrei.

Brunchen am 1. August
Auch der Bauernhofbrunch ist gar nicht so alt, sondern hat sich ab 1993 mit dem arbeitsfreien Festtag zum heutigen Traditionsanlass entwickelt. Alle Brunchs werden übrigens vom Schweizerischen Bauernverband koordiniert.

1.-August-Reden
Reden gehören zum 1. August wie das Feuerwerk. Neben den zahlreichen Reden an Gemeindefeiern steht jeweils die Ansprache des Bundespräsidenten im Fokus der Aufmerksamkeit. Bis zur Rede von Kurt Furgler 1985 lassen sich alle Ansprachen vollständig auf der Website des Bundes nachlesen.

Der Schweizerpsalm
Obwohl der Schweizerpsalm– komponiert von Alberich Zwyssig aus Wettingen – seit 1841 existiert, entschied der Bundesrat erst im Jahr 1961, das Lied als provisorische Nationalhymne zu akzeptieren. Nach drei Jahren Probezeit sprachen sich sechs Kantone gegen, zwölf für die neue Hymne und sieben für eine Verlängerung der Probezeit aus. 1981 ersetzte der Schweizerpsalm das bisherige «Rufst du, mein Vaterland» als offizielle Nationalhymne.

«Weisses Kreuz auf rotem Grund»
So lautet die erste Liedzeile des Textes, den die Schweizerische Gemeinnützige Gemeinschaft seit 2015 einführen möchte. Alle Gemeinden sind am 1. August jeweils eingeladen, die neue inoffizielle Hymne zu singen. Die Melodie bleibt dabei gleich, der neue Text von Werner Widmer basiert auf der aktuellen Präambel der Bundesverfassung aus dem Jahr 1999.